Andacht zum Wochenende

Andacht zum Wochenende
03.07.2020
N. Hartwig

Andacht zum Wochenende

Urlaubsbilder

Sommerzeit 2020 - eine Andacht von Superintendent Michael Braun

Mein Navi ist ein nettes, nützliches Ding, aber es hat auch seine wunderlichen Seiten. So kann es neben den normalen Einstellungen alle Karten auch im Maßstab 1 cm =  25 Meter und 1 cm =  3000 Kilometer darstellen. Entweder sieht man dann auf dem kleinen Bildschirm weniger weit als bei einem Blick aus dem Fenster, oder man sieht auf dem Bildschirm die gesamte Erdkugel aus der Perspektive des Weltalls.
 

Das ist praktisch wertlos, aber diese Spielerei macht mir Spaß. Jeder Stau wird beim Rauszoomen ins All winzig und klein, und wenn man noch weit zu fahren hat, kann man mit der Einstellung auf 25 Meter rasend schnell über den Bildschirm flitzen. Solch ein Perspektivwechsel tut gut und entspannt mich kolossal.
 

Genau das ist auch eine Chance der Urlaubszeit - nach den mehr als aufregenden und fordernden Wochen seit März kann man sich nun in den Sommerferien einen bewussten Perspektivwechsel gönnen. Urlaub ist eine wunderbare Zeit, um die vielen und extremen Erfahrungen der ersten Jahreshälfte zu verarbeiten, Bilanz zu ziehen und einmal in Ruhe auf das Leben zu schauen. Das macht den Kopf frei und gibt neue Energie.
 

Aus der Hitze in die Kühle 
 

„Öffne mir die Augen, dass ich sehe die Wunder an deinem Gesetz“, betet und bittet der Verfasser des 119. Psalms Gott.  Mitten in Alltag gelingt es vielen Menschen viel zu selten, die Augen zu öffnen und ihr Leben, die eigenen Gefühle, Hoffnungen, Ängste und Wünsche, einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, vielleicht von ganz nah oder von ferne mit all den Möglichkeiten, die Gott uns jeden Tag schenkt.
 

Deswegen mag ich im Urlaub den Besuch von schönen Kirchen so sehr. Der Schritt aus einer lebendigen Stadt in die Stille, aus der Hitze in die Kühle, aus dem Tumult in die Ruhe einer Kirche ist ein wunderbares Hilfsmittel, um mit oder ohne Gebet neu und anders das eigene Leben zu betrachten.
 

Und so wünsche ich Ihnen allen nicht nur schönen Urlaub, sondern dass Sie auch die Zeit und Ruhe finden, einfach mal die Beine baumeln zu lassen und mit einer ganz neuen Perspektive auf ihr Leben zu schauen.
 

Michael Braun, Superintendent

Michael Braun Mühlenbrücke. 

Michael Braun genießt die ersten Urlaubstage als Superintendent in seiner neuen Heimatstadt Wiehl. Spaziergänge führen ihn entlang des gleichnamigen Flusses Wiehl und über die alte Mühlenbrücke von 1650. 

Foto: Kirchenkreis An der Agger/Judith Thies


 

Fernsicht über Wiehl. 

"Meine liebste Fernsicht über Wiehl", schwärmt Michael Braun. Seit Februar wohnt er mit Ehefrau Claudia und der jüngsten Tochter Frederike im schönen Oberbergischen Land. Foto: Michael Braun