40 Jahre 2.Hand-Laden

40 Jahre 2.Hand-Laden
16.09.2019
N. Hartwig

40 Jahre 2.Hand-Laden

 Am Dienstag, den 10. September 2019 hat der Zweite-Hand-Laden sein 40-jähriges Bestehen gefeiert und viele Gäste feierten mit. Doch wie kam es eigentlich zur Gründung des Ladens im Jahr 1979? 

Damals suchten einige Frauen der Ev. Kirchengemeinde Wiehl eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, mit der sie das Kinderleiden in der sogenannten „Dritten Welt“ finanziell lindern konnten. Außerdem war es ihr Bestreben, durch den Weiterverkauf getragener Kleidung einen sinnvollen Beitrag zur Müllvermeidung und Wiederverwertbarkeit zu leisten. Anfangs von vielen noch belächelt, gab man dem Laden keine guten Überlebenschancen. Doch die Idee fand Anklang und mit der Kindernothilfe e.V. in Duisburg fand man einen Partner, der die Einnahmen des Ladens gut gebrauchen konnte und damit diverse Projekte weltweit unterstützte. Auch heute noch fließen gut 80 Prozent des Gewinns in Förderprojekte für bedürftige Kinder der Kindernothilfe.

Mittlerweile würde Niemand mehr bestreiten, dass sich der Zweite-Hand-Laden in Wiehl gut etabliert hat und eine wichtige Adresse für Menschen aller Generationen und sozialer Schichten geworden ist. Die günstigen Preise haben sich schon lange herumgesprochen und so finden besonders Menschen mit kleinem Portemonnaie den Weg in die Schulstraße 2a. Die Kundschaft kommt schon lange nicht mehr nur aus Wiehl und durch die Zuwanderung von Flüchtlingen sind Fremdsprachenkenntnisse des Personals immer häufiger gefragt. Nicht selten hört man englische, französische und polnische Klänge in den Verkaufsräumen. Außerdem ist zu vielen Kunden im Laufe der Zeit eine Vertrautheit entstanden, die weit mehr ist als eine „Geschäftsbeziehung“. Die Kunden fühlen sich wohl, lassen das Personal an ihren Sorgen und Problemen, aber auch an freudigen Ereignissen teilhaben.

Doch auch Menschen ohne Geldnöte finden den Weg in den Laden, etwa wenn etwas für den bayrischen Abend, den Abi-Gag oder für Karneval gebraucht wird. Oder die Sammelleidenschaft für Kaffeekannen, die Suche nach dem antiken Service oder einfach die Lust auf ein völlig ausgeflipptes Paar Schuhe sind der Grund für einen Besuch im Laden.

Dies alles ist nur dadurch möglich, dass Menschen aussortierte Kleidung, Haushaltsgegenstände oder auch mal Koffer und Spielzeug vorbei bringen. Die Mitarbeiter/innen sind dankbar für jeden, der dienstags für „frische Ware“ sorgt, anstatt zu Hause den kurzen Weg zur Abfalltonne zu nehmen.

Das Team besteht zur Zeit aus 19 Frauen und 2 Männern aus verschiedenen Kirchengemeinden, die in zwei Schichten ehrenamtlich tätig sind. Die Männer unterstützen das Team vor allem in handwerklichen Dingen.

Obwohl alle Artikel für kleines Geld zu haben sind (z.B. Jeans 4€, Herrenhemd 2€, Bettwäsche 4€), konnte im Laufe der Jahre eine Gesamtsumme von etwa 800.000 € erzielt werden, die zum größten Teil der Kindernothilfe e.V. zugute kam. Gibt es Bedarf in der eigenen Stadt, etwa ein soziales Projekt das Unterstützung benötigt oder eine dingende Einzelfallhilfe, so wird aber auch vor Ort geholfen.

Zum Jubiläum am Dienstag war eine Delegation der Kindernothilfe e.V. aus Duisburg angereist, um sich von der Arbeit des Teams vor Ort ein Bild zu machen. Die Besucherinnen waren begeistert: so groß und freundlich hatten sie sich das Geschäft gar nicht vorgestellt. Und so wurde aus dem Kurzbesuch ein langer Aufenthalt mit vielen netten Gesprächen.

Dass der Zweite-Hand-Laden auch weiterhin solch eine Akzeptanz in der Stadt hat und sich über reichlich

Zulauf freuen darf, das wünschen sich die Mitarbeiter/innen auch für die Zukunft. Geöffnet ist der Laden immer dienstags von 10 – 18 Uhr (durchgängig).

Ein besonderer Dank gilt Renate Herzog, die mit ihren 87 Jahren zu den Gründungsmitgliedern gehört und nach wie vor jeden Dienstag ihre Kundschaft souverän in der Porzellan- und Schuhabteilung bedient.