Telefonseelsorge sucht

Telefonseelsorge sucht
09.07.2018
N. Hartwig

Telefonseelsorge sucht

Die Ev. TelefonSeelsorge Oberberg im Kirchenkreis An der Agger sucht für den Ausbildungsbeginn Anfang Januar 2019 neue ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Eine Teilnehmerin des letzten Ausbildungskurses spricht über ihre Aha-Erlebnisse in der Ausbildung und nun zwei Jahren Dienst am Telefon.   

"Der heiße Draht zum Himmel"

Warum haben Sie bei der TelefonSeelsorge Oberberg angefangen?

Bei der TS habe ich mich beworben, weil mich das Thema Seelsorge sehr interessiert. Darüber wollte ich mehr erfahren und lernen, wie man Menschen in Krisen eine Hilfe sein kann. Das Telefon hilft, eine gewisse Distanz einzuhalten und schützt beide Seiten vor einem Zuviel an Nähe. Das erschien mir interessant zu sein und das ist es auch.

Welche positiven Seiten hat Ihr Ehrenamt in der TS?

Meine Fähigkeit genau hinzuhören hat zugenommen. Mein Blick auf Schwierigkeiten hat sich verändert, das heißt ich bin barmherziger geworden, aber in manchen Bereichen auch kritischer, weil ich schneller merke, wenn Gespräche nur vor sich hindümpeln. In meiner Zeit bei der TS habe ich viele freundliche Kolleginnen und Kollegen kennengelernt. Es wird mir von den Anrufenden sehr viel Dankbarkeit und Anerkennung entgegengebracht. Die Arbeit macht Freude und hat Sinn. Es gibt wirklich sehr viel Positives. Und: Ich gehe immer dankbar für mein Leben nach Hause. Im Kontakt mit so viel Leid und Unerfülltem bei den Anrufenden sehe ich mein Leben wirklich in einem neuen, dankbaren Licht.

Gab es Schwierigkeiten?

Mir fallen keine Schwierigkeiten ein. Eher Überraschungen und Aha-Erlebnisse.

Welche denn?

Eine Überraschung war für mich, dass wir so viel über uns gelernt haben. In der Selbsterfahrung erkannten wir zum Beispiel, was uns im Leben geprägt hat, welche Lösungsstrategien wir selber entwickelt haben, wie wir mit eigenen Problemen umgegangen sind. Das hilft auch in der Absicht, anderen helfen zu wollen. Ein Aha- Erlebnis war, dass vieles, was ich in meinem Leben als Schwierigkeit wahrgenommen habe, jetzt hilft, andere zu verstehen und zu begleiten. Da sehe ich die eigenen Probleme plötzlich als Übungen oder Proben, die einen guten Zweck haben können. Überraschend war für mich auch, wie groß die Einsamkeit vieler Menschen ist, und dass für sie die TS oftmals der einzige Kontakt nach draußen ist. Das Problem der Einsamkeit ist sehr viel größer, als ich es bisher wahrgenommen habe. Und noch was: Mich überrascht es, wie gerne sich Menschen auf Gespräche über Gott, Gebet und den christlichen Glauben ansprechen lassen. Wie viel Sehnsucht da ist, den Gott, von dem noch viele in ihrer Kindheit gehört haben, in ihrer Nähe zu wissen  und über Fragen bezüglich des Glaubens zu sprechen. Einige lassen sich auch mal auf neue Gedanken ein.  Es gibt sehr viel mehr gläubige Menschen als ich dachte.

Was hat Ihnen in der Ausbildung geholfen?

Die Offenheit und Freundlichkeit, die in der Ausbildungsgruppe herrschte, war etwas ganz Besonderes. Dazu die wirklich kompetenten Ausbilderinnen. Die Unterschiedlichkeit der „Azubis“ war für mich überraschend und absolut hilfreich. Außerdem konnten wir die „alten Hasen“ jederzeit ansprechen, wenn wir während der Praxiszeiten Fragen hatten. Das ist auch jetzt noch so.

Woraus schöpfen Sie Kraft?

Achtung, jetzt kommt etwas ganz „Frommes“: Meine Kraftquelle ist der heiße Draht zum Himmel. Jederzeit und überall kann ich beten.  Das ist noch besser als die TS. Und draußen walken kann ich gleichzeitig auch noch. Das ist genial.

Welche Voraussetzungen braucht ein TSler aus Ihrer Sicht?

Die Bereitschaft und Freude am Lernen und Zuhören sowie die "Neugier" auf Menschen und deren Schicksale. 

Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Freude bei Ihrem Ehrenamt.  

Sollten Sie Interesse an einer Mitarbeit haben, melden Sie sich bei der Leiterin der Ev. TelefonSeelsorge Oberberg,

Pastorin Christa Dresbach-Schnieder: Postfach 310381 51618 Gummersbach Tel.-Nr.: 02261 - 2302747 (Leitung) oder: 02261 - 3057762 (Sekretariat) E-Mail: telefonseelsorge@ekir.de

Sie bekommen dann Informationsmaterial und eine Terminliste für die Ausbildung zugeschickt.