Unser Technik Team

Unser Technik Team
21.03.2021
Nicole Hartwig

Unser Technik Team

Wenn alles klappt, bemerkt niemand, was sie tun - so könnte man die Arbeit unseres Technik-Teams umschreiben.

In diesem Artikel wird vielleicht ein wenig deutlich, was diese beiden Männer in diesen Tagen Großes für unsere Kirchengemeinde leisten.  

In diesen besonderen Tagen, in denen Präsenzgottesdienste der Sicherheit den Vortritt lassen müssen, gleicht die Kirche ein bisschen den Bavaria-Filmstudios: Gerüste, Scheinwerfer, unzählige Kabel und Kameras, Bildschirme, Mischpulte und eine Regie-Ecke lassen den Innenraum der Kirche wenig sakral und würdevoll erscheinen.

Mein Besuch während der Dreharbeiten findet an einem Samstag statt. Denn dies ist der Wochentag, an dem der Dreh für den kommenden und auch für den Folgesonntag erledigt wird. Andreas Heinrichs und Dennis Reuber, unsere Technik-Spezialisten, sitzen hinter Bildschirmen, die für mich völlig fremde Informationen wiedergeben: Tonspulen, Pegelausschläge, CPU-Auslastung und vieles mehr, eine Flut an komplexen Bildern. Gut, dass wir mit Andreas und Dennis zwei sympathische und geduldige Männer gefunden haben, die Freude an neuen Technikherausforderungen haben und zudem ein stabiles Nervenkostüm mitbringen. 

Denn die Tonaufnahme von der Orgel will in diesem Moment gar nicht gelingen. Nebengeräusche, ein unerwünschter Hall und ein kurzer, falscher Tastengriff fordern auch unseren Kantor heraus.

Unsere Techniker konzentriert bei der Arbeit

 

„Noch mal von vorne, das können wir so nicht nehmen“, 

ruft Dennis von unten zur Empore hoch. Und Michael Müller-Ebbinghaus ist nicht etwa gefordert, die besagte Stelle neu zu spielen, nein, vier Mal wiederholt er den gesamten Choral, bis das Technikteam die Aufnahme zufrieden abnickt.

Draußen begegne ich Nina Soest, Mitglied des Presbyteriums.  Sie hatte sich für die Lesung bereit erklärt und ist nun mit ihrem Part fertig. Die nächste Presbyterin macht sich bereit, um die nächste Lesung zu übernehmen, diesmal für den Folgesonntag. 

Ein ganzes Team steht hinter einem Gottesdienst, in dem für den Zuschauer nur zwei bis drei Personen sichtbar werden: neben den Akteuren sorgt das Blumenteam für die Deko auf dem Abendmahlstisch, das Gemeindebüro erstellt die Folien für die Texteinblendungen und sorgt dafür, dass der Gottesdienst auf der Homepage eingestellt wird und all denen zugesandt wird, die keinen Zugang zum Internet haben. Denn eigentlich ist ein Gottesdienst ja nicht die Unterhaltungsshow im TV, nein, Gottesdienst wird am besten in der Gemeinschaft erfahrbar und die fehlt besonders den Menschen, die wenig bis gar keine Kontakte haben. 

Andreas Heinrichs prüft die Kamera Einstellungen

 

Aber wie kann Gemeinschaft online entstehen?

Ein Präsenzgottesdienst ist auch mit der neuesten Technik nicht zu ersetzen, das ist unbestritten. Doch was unsere Gemeinde ausmacht und was wir in die Welt transportieren möchten, wird auch auf diesem Weg deutlich.

Mittlerweile hat sich auch eine leichte Routine eingestellt. Was zum Beginn des Lockdowns in kürzester Zeit geschehen musste, hat nun einen Ablaufplan und bekommt eine Form. Dabei war der Start gerade für das Technik-Team eine wirkliche Herausforderung. Sogar Live-Gottesdienste mussten übertragen werden und das aus einer Kirche, die nicht einmal ein WLAN-Netz vorhalten kann.

Selten wird eine Deko zwei Mal verwendet, doch diese blieb zum Folgegottesdienst hängen

„Was brauchen wir eigentlich, um den Gottesdienst vernünftig zu streamen?“, 

so auch die Frage von Andreas Heinrichs zum Beginn des Projekts „Videogottesdienste“. Und was ist an Ausstattung schon vorhanden? So gut wie gar nichts, so das erschreckende Resümee der beiden. In kürzester Zeit kam ein Experte der Nachbargemeinde, um die Gegebenheiten in der Kirche zu eruieren und eine Liste mit allen ‚must-haves‘ zu erstellen. Denn viel Zeit war nicht gegeben, um das erforderliche Equipment ausgiebig zu testen. Und da beim 'Unternehmen Kirche' auch immer Verwaltungsprozesse hinter einer Anschaffung stehen, mussten die beiden anfangs sogar Hardware auf eigene Kosten anschaffen, um schnell reagieren zu können.

„Wenn alles klappt, bemerkt niemand, was sie tun“ 

So ungefähr könnte man die Arbeit des Technikteams beschreiben und mittlerweile ist genau das der Fall: der Gottesdienst strahlt Ruhe und Professionalität aus. Der Betrachter bekommt viele verschiedene Perspektiven geboten, die Bildübergänge sind fließend, Passagen mit Gebet oder Psalmlesungen bekommen mit Aufnahmen der fließenden Wiehl oder einer brennenden Kerze einen meditativen Charakter.

Wieder am Set: Nun ist eine Pause angesagt. Prädikantin Ute Schell zieht sich kurz in die Sakristei zurück, um sich für den nächsten Gottesdienst umzuziehen. Jeder Sonntag ist etwas Besonderes, hat seine eigene Bestimmung und das soll man nicht nur hören, sondern auch sehen. Die Kanzel ist jedoch noch geschmückt vom Weltgebetstags-Gottesdienst, die Stola ist einfach zu schön für einen einzigen Auftritt und kaum startet der 2. Dreh, fällt ein Sonnenstrahl durch die bunten Kirchenfenster und spendiert eine extra schöne Atmosphäre. Das Technikteam passt in Sekundenschnelle die Beleuchtung an, das Equipment tut sein Übriges und schon entsteht ein schönes Ganzes – der Gottesdienst ist „im Kasten“. Nun fängt für die beiden die eigentliche Arbeit erst an: die Datei muss bearbeitet, angepasst, geschnitten und natürlich hochgeladen werden, damit der Gottesdienst am nächsten Tag pünktlich um 10 Uhr auf YouTube zu sehen ist. Von der Planung eines Gottesdienstes bis zu seiner Umsetzung vergehen viele Stunden, doch die zunehmende Anzahl an Seitenbesuchern entschädigt ein wenig und bestätigt den Erfolg: Die Anzahl der Menschen, die über das Internet erreicht werden, erreicht mittlerweile die Dreifache des normalen Sonntagsbesuchs und ein Vielfaches von dem, was zu Zeiten des eingeschränkten Lockdowns an Besuchern in der Kirche erlaubt war.

„Technik transportiert die gute Nachricht“. Das ist der Antrieb aller, die an einem Gottesdienst beteiligt sind. Dabei hat Corona sicher die Technisierung enorm beschleunigt und verstärkt. Doch es braucht eben immer auch Menschen, die diesen Weg mitgehen und vorantreiben. Andreas Heinrichs und Dennis Reuber haben sich bereit erklärt, für die Gemeinde und letztlich für Gott selber, neben allen privaten und dienstlichen Verpflichtungen, diesen Weg für unsere Kirchengemeinde möglich zu machen. Und dafür danken wir ihnen von Herzen!

Die Kameras werden aus der Ferne gesteuert

Wer mehr über die Arbeit der beiden lesen möchte, findet einen interessanten Artikel von Andreas Heinrichs in der Osterausgabe unseres Gemeindebriefs.

Nicole Hartwig

Verstärkung gesucht!

Die beiden würden sich auch noch über Unterstützung freuen. Wer gerne Teil des Teams werden möchte, wendet sich am besten direkt an Andreas Heinrichs a.heinrichs(at)berg.net oder an Dennis Reuber dennis(at)reuberhoehle.net